Die Geschichte von Alden Biesen beginnt im Jahr 1220 mit der Gründung der Landkommende durch den Deutschritterorden. Dieser Orden war in 12 Balleien oder Provinzen aufgeteilt. Alden Biesen entwickelte sich zum Hauptsitz der Ballei Biesen, die selber aus 12 untergeordneten Kommenden bestand. Das Prunkstück Alden Biesen war Eigentum des Landkomturs. Die Schlossdomäne erlebte ihre Glanzzeit vom 16. bis 18. Jahrhundert. Die Landkommende entwickelte sich damals zu der Luxusresidenz, wie wir sie heutzutage kennen. 

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurde diese glorreiche Phase durch die Französische Revolution beendet, denn der Deutschritterorden wurde vertrieben. Der Schlosskomplex wurde meistbietend versteigert. Als Guillaume Claes die Domäne kaufte, war das der Anfang von zwei Jahrhunderten Privatbesitz und zugleich vom Verfall der gesamten Schlossanlage. Nach dem Brand von 1971 kaufte der belgische Staat Alden Biesen und heutzutage ist die Landkommende ein internationales Kulturzentrum der flämischen Regierung. 

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1190
1198
1219
1220
1244
1309
1361
1410
1467
1525
1543
1572
1606
1616
1637
1638
1652
1700
1715
1745
1769
1786
1797
1809
1929
1971
2000
2014
  • 1190: In der Hitze Palästinas

    Der Deutschritterorden wurde 1190 in Akkon (Palästina) als bürgerliche Hospitalbruderschaft auf Initiative von Kaufleuten aus Bremen und Lübeck gegründet. Diese bauten ein Feldlazarett mit Zelten aus ihren Schiffssegeln, um die kranken und verwundeten Kreuzfahrer des 3. Kreuzzuges zu pflegen. Wohltätigkeit ist bis zum heutigen Tage einer der Grundpfeiler des Deutschen Ordens. 

  • 1198: Schwert und Kreuz

    Da ein Mangel an konstant anwesenden, christlichen Kämpfern im Heiligen Land herrschte, wurde der Deutsche Orden acht Jahre nach seiner Gründung als Bruderschaft zu einem Ritterorden umgewandelt. Er setzte sich weiterhin für Krankenpflege und Wohltätigkeit ein, aber der Kampf gegen Andersgläubige wurde zum Ideal des neuen Ordens. Nach dem Vorbild der Johanniter und Templer bestand der Deutsche Orden aus Rittern und Priestern. Beide Gruppen mussten sich zu den drei zentralen Gelübden Armut, Keuschheit und Gehorsam verpflichten und das verband sie.  

  • 1219: Kreuzzuggewalt in Ägypten

    In der Amtszeit des Hochmeisters Hermann von Salza (1209-1239) stieg die Anzahl der Ritter beträchtlich. Der Deutsche Orden nahm, mit Rittern aus unseren Provinzen, in jener Periode auch an dem 5. Kreuzzug teil, einem erfolgreichen Kampf gegen den Islam nahe Damiette in Ägypten (1219-1221). So erlangte der Orden auch in den Niederlanden mehr Bekanntheit. Der Deutsche Orden erhielt in ganz Europa alle möglichen Privilegien und Schenkungen in Form von Grundstücken und Gebäuden, um den Streit an den Grenzen der Christenheit zu finanzieren. In den Niederlanden kamen noch Pfarrgemeinden, Kapellen und Hospitäler hinzu. In kürzester Zeit wurde der Orden ein europäischer Großgrundbesitzer, ein multinationales Unternehmen avant la lettre

  • 1220: Schenkung der Biesener Kapelle

    Graf Arnold III. von Loon und seine Schwester Mechtildis van Are, Äbtissin von Munsterbilzen, unterstützten die Ideale der Kreuzfahrer vorbehaltlos. Daher schenkten sie dem Deutschen Orden 1220 eine Pilgerkapelle in Rijkhoven (Bilzen). Dieses Gebetshaus stand an einem Platz, wo Schilf (biezen) wuchs. Dort bauten die Ordensritter eine Festung. Die Schenkung von 1220 hatte weitreichende Folgen und Alden Biesen entwickelte sich zum Hauptsitz der Provinz Biesen, mit zwölf untergeordneten Kommenden im Maas-Rheingebiet. An der Spitze der Kommende stand ein Komtur, in Alden Biesen verweilte der Landkomtur. Zu Anfang investierten die Ordensritter jegliche Einkünfte in die Kreuzzüge, aber ab dem Spätmittelalter finanzierten sie damit ihr Luxusleben.

  • 1244: Jerusalem geht verloren

    1244 fiel Jerusalem, das spirituelle Zentrum des Christentums, erneut in die Hände des Islams und 1291 verlor der Deutsche Orden seine letzte Niederlassung in Palästina an die Muslime. Daher verlagerte der Orden den Schwerpunkt seiner Aktivitäten in das Ostseegebiet, wo er seit 1230 gegen die Preußen und Litauer kämpfte. Dort sollte der Deutsche Orden die mittelalterliche Geschichte mitgestalten.

  • 1309: Eine Ritterbastion

    Im Baltikum baute der Orden den Deutschordensstaat aus, mit Marienburg (Malbork, Polen) als Hauptsitz ab 1309. Diese Ritterbastion wurde für den Orden Ausgangspunkt für die Organisation der Kreuzzüge gegen die heidnischen Litauer aus der weiten Umgebung. Das 14. Jahrhundert war die Blütezeit dieses Ritterstaats. Die Teilnahme an dieser Art von Preußenfahrten war im Spätmittelalter sogar der Traum eines jeden Ritters im Abendland. Der Kampf im Osten, aber auch die spätmittelalterliche Landwirtschaftskrise, Kriegszustände im Heiligen Römischen Reich und Misswirtschaft in diversen Ordensprovinzen sorgten dafür, dass immer mehr Adelige in den Deutschen Orden eintraten. Für Ordensschwestern, (Halb-)Brüder und Familiaren war kein Platz mehr im Orden. Aus der Bürgerschaft waren nur noch Priester zugelassen. Die internationale Ordensbrüderschaft des 13. Jahrhunderts entwickelte sich zu einer Föderation von regionalen Adelsgesellschaften. Der Orden wurde letztendlich ein Hospital des deutschen Adels und ein Institut, mit dem die Söhne aus dem alten Adel ihre Einkünfte verdienten.  

  • 1361: Exit Alden Biesen!

    Um 1361 verließ der Deutsche Orden das unsichere und im Feuchtgebiet gelegene Alden Biesen. In der Kommende Nieuwen Biesen, sicher geschützt hinter den Stadtmauern von Maastricht, gründeten sie ihren neuen Hauptsitz der Ballei Biesen. In den folgenden Jahrzehnten kam auch noch eine luxuriöse Landkommende hinzu. Die alten Klostergebäude von Alden Biesen verfielen jedoch und boten schließlich einen trostlosen Anblick. Bis auf die mittelalterliche Pilgerkapelle schien die Ordensgeschichte in Rijkhoven der Vergangenheit anzugehören.

  • 1410: Die Schlacht bei Tannenberg

    Im Ostseegebiet umzingelten die umliegenden Großmächte den Deutschordensstaat. Die Schlacht bei Tannenberg/Grunwald (St?bark in Polen) zwischen dem Orden und Polen-Litauen 1410 war für den Deutschritterorden der Anfang vom Ende. Der Ordensstaat wurde schweren Belastungen ausgesetzt, aber sein Territorium blieb noch unberührt. 1466 fiel der westliche Teil Preußens bereits an Polen. In dem darauf folgenden Jahrhundert würde der Orden im Baltikum alles verlieren.

  • 1467: Biesener Sanierungsmaßnahmen

    Die Prunksucht der Biesener Ritter im 15. Jahrhundert brachte die Provinz Biesen an den Rand des Bankrotts. Die alten Ideale waren zu jener Zeit auch schon längst verflogen. Die reichlich fließenden Einkünfte wurden nicht mehr für den guten Zweck verwendet, sondern für ein Luxusleben und prunkvolle Residenzen, wie Nieuwen Biesen in Maastricht. 1467 mussten in der Provinz Biesen wirtschaftlich Sanierungsmaßnahmen durchgeführt werden. Es durften beispielsweise künftig nur noch 20 Priester und 20 Ritter pro Jahr eintreten. Eine Maßnahme, die bis Ende des 18. Jahrhunderts ihre Gültigkeit behielt. Daher wurde die Herkunft ein wichtiges Kriterium für die Mitgliedschaft. Für den Eintritt in den Orden (und daher für den Bezug von Einkünften) mussten die Ritter vier adelige Vorfahren haben, ab ca. 1600 acht und ab 1671 nicht weniger als sechzehn. Nur äußerst wenige Familien in der Maas-Rhein-Region konnten jahrhundertelang die üppigen Auszahlungen dauerhaft einfordern.

  • 1525: Der Verlust des Baltikums

    Nach einem aussichtslosen Krieg unterwarf sich der Hochmeister Albrecht von Brandenburg 1525 dem polnischen König. Er trat aus dem Deutschen Orden aus, bekehrte sich zum Protestantismus, säkularisierte den Deutschordensstaat und wurde erster Herzog von Preußen. 1561-1562 zerfiel auch die Herrschaft des Ordens in Livland. Der Deutsche Orden blieb nur noch im Heiligen Römischen Reich bestehen und erhielt das fränkische Mergentheim als neuen Hauptsitz. In jenem Reich zählte er zwölf Balleien oder Ordensprovinzen, unter denen Biesen die zweitreichste war

  • 1543: Die Wiederauferstehung von Alden Biesen

    1543 ließ der Landkomtur Winand von Breill, der unter Karl V. noch andere, wichtige Posten bekleidete, eine majestätische Sommerresidenz auf der verfallenen, aber steuerfreien Domäne Alden Biesen bauen. Jene Residenz sollte vor allem dazu dienen mit seinem hohen Status zu protzen. Die Fertigstellung des Glockenturms läutete den Abschluss der Bauarbeiten für dieses Schloss ein, welches im traditionellen Stil der spätmittelalterlichen, befestigten Wasserburgen konstruiert wurde. 1571 begannen die Bauarbeiter mit der Errichtung der Vorburgen. Alden Biesen war wie ein Phönix aus der Asche gestiegen, aber blieb bis in das 18. Jahrhundert hinein eine Dauerbaustelle.

  • 1572: Landkomtur Reuschenberg

    Heinrich von Reuschenberg (1572-1603) war ein dynamischer Landkomtur, der seine Ballei durch den Achtzigjährigen Krieg (auch Spanisch-Niederländischen Krieg) und durch die Reformation lotste. Seine beeindruckende Bildungspolitik war eines seiner Steckenpferde. Der Universität zu Köln stiftete er zwölf Stipendien und dem Jesuitenkolleg in Maastricht vier. In Gemert gründete er eine Lateinschule und stattete diese ebenfalls mit Stipendienplätzen aus. Sein Nachfolger Amstenrade rundete dieses Projekt 1622 ab, indem er ein Kolleg des Deutschen Ordens an der Universität von Löwen (Leuven) gründete. In den eigenen Reihen der Ballei Biesen wurden vor allem über die Lehranstalten Beamte und Priester für den Deutschen Orden rekrutiert. Reuschenberg wird zu Recht als zweiter Gründer der Ballei Biesen bezeichnet. 

  • 1606: Ein neuer Auftrag

    Keine Kreuzzüge mehr. Der Deutsche Orden hatte also seine Bestimmung und sein Existenzrecht verloren. Hochmeister Maximilian von Österreich erteilte dem Orden 1610 einen neuen Auftrag. Vor seiner Einstellung als Komtur musste jeder Ordensritter prinzipiell drei Feldzüge im Krieg gegen die Türken unternehmen oder drei Jahre Garnisonsdienst an den Grenzen des Heiligen Römischen Reichs leisten. Die meisten Ritter haben nachher übrigens hohe Ränge in den habsburgischen oder anderen Armeen bekleidet. Der Deutsche Orden erhielt sich so - indirekt - seinen militärischen Charakter. Zum Hochmeister wurden meistens Söhne aus katholischen Fürstenhäusern (Habsburg, Pfalz-Neuburg oder Wittelsbach) gewählt. Dabei spielten nicht nur materielle Gründe und Prestigegründe eine Rolle, sondern der von außen bedrohte Orden benötigte auch den Schutz von einflussreichen Autoritäten. Im 16.-18 Jahrhundert wurde der Deutsche Orden nämlich von absolutistisch regierten Staaten belagert, in denen viele, verstreute und oft steuerfreie Landgüter lagen. Dank der beträchtlichen Beihilfe, der Lobbyarbeit und gewisser Kompromisse konnte sich der Deutsche Orden bis zum Ende des 18. Jahrhunderts halten. 

  • 1616: Amstenrades Hospital

    1616 ließ der Landkomtur Amstenrade (1605-1634), der auch für die Katholische Reform war, das Hospital („gasthuis“) von Alden Biesen bauen. Dort erteilte ein Priester des Deutschen Ordens den Jugendlichen aus der Nachbarschaft Unterricht. Der Name „gasthuis“ rührt übrigens daher, dass der Priester auch die Rechnungen des mittelalterlichen Hospitiums, bzw. die Unterbringung der Pilger, verwaltete. Die Einkünfte jener alten Stiftung wurden damals nur für wohltätige Zwecke verwendet. Der Landkomtur Schönborn beauftragte die Umgestaltung des Hospitals (1715-1716) in eine Herberge für Handwerker, Krämer, Besucher und auswärtiges Personal. Oft war es in Alden Biesen ein Kommen und Gehen von hohen Gästen und daher auch von allerlei Lieferanten. Wenn sich der Landkomtur in Alden Biesen aufhielt, herrschte ebenfalls reger Betrieb.

  • 1637: Utrecht spaltet sich ab

    1637 gab es einen definitiven Bruch zwischen dem katholischen Deutschen Orden von Mergentheim und der protestantisch gewordenen Ballei Utrecht. In jenem Jahr entschied diese letzte Ordensprovinz nämlich, dass Ritter heiraten durften. Die wahre Ursache jener Abspaltung war die konsequente Durchsetzung des regionalen Charakters der Ballei: die Staaten von Utrecht wollten in ihrem Gebiet nicht mehr den Einfluss des Deutschen Ordens auf die Ernennung des Hochmeisters dulden. Der Ridderlijke Duitsche Orde, Balije van Utrecht existiert in den Niederlanden bis zum heutigen Tag noch als adelig-ritterliche Institution.

  • 1638: Eine neue Deutschorden-Kirche

    Die Ballei Utrecht wurde in der ersten Hälfte des 17. Jahr vollständig kalvinistisch und die benachbarte Ballei Biesen erhielt unter den Landkomturen Reuschenberg († 1603) und Amstenrade († 1634) die Züge einer katholischen Bastion. Die neue Kirche von Alden Biesen, auf Amstenrades Initiative hin erbaut, ist ein Beispiel dafür. Die barocke Ordenskirche ersetzte die alte Liebfrauen-Kapelle aus dem Mittelalter. Mit der Ausstattung beauftragte der Landkomtur Godfried Huyn van Geleen (1635-1657) tüchtige Handwerker aus Lüttich, wie Pierre Defraisne und Leonard und Gilles de Froidmont. An die Kirche schließt eine Galerie mit toskanischen Säulen an, die 1635 fertiggestellt wurde. Der Zweck dieses Galeriegebäudes scheint ein neues Hospital gewesen zu sein, aber diese Betreuungsfunktion hat es nie erfüllt. Der Orden hatte seine karitativen Aufgaben damals bereits seit geraumer Zeit auf ein Mindestmaß beschränkt.

  • 1652: Huyn van Geleens Tor

    Das imposante Torgebäude, 30 m höher als die Wasserburg gelegen, war der frühere Haupteingang der Domäne und Endpunkt der kontinuierlichen Erweiterung der Domäne. Der Torturm von 1652, errichtet auf Geheiß des Landkomturs Huyn van Geleen, bietet einen Ausblick auf Maastricht. In dem angrenzenden Trompeterhaus von 1663 wohnte der Turmwächter. Das Apostelhaus auf der anderen Seite ließ der Landkomtur Schönborn 1719-1720 ursprünglich als Unterkunft für zwölf Bedürftige bauen, aber diesen Zweck hat das Gebäude nie erfüllt. Paradoxerweise wurden die Gebäude des Deutschen Ordens immer imposanter. Dieser Größenwahnsinn des Ordens musste seinen sinkenden Stern kompensieren. 

  • 1700: Wassenaars Modernisierungsmaßnahmen

    Um 1700 wurde der Französische Garten, zusammen mit dem Orangeriegebäude, von dem Landkomtur Hendrik van Wassenaar (1690-1709) angelegt. Dieser Niederländer war gewählt worden, weil man hoffte, dass er die kalvinistische Ballei Utrecht für den Deutschen Orden zurückgewinnen könnte. Wassenaar begann mit der Modernisierung der Wasserburg, dessen Kabinett des Landkomturs, im Ostflügel der Wasserburg, ein wunderschönes Relikt dieser Bauphase darstellt. Als Baumeister in jener Zeit fungierten der Architekt du Chastillon und Meister Lambert Engelen. Auch die Landkomturen waren Kinder ihrer Zeit und als wohlhabende Edelleute sehr modebewusst. Fast jeder Landkomtur hat beispielsweise der Inneneinrichtung oder eventuellen Umbauarbeiten in Alden Biesen seinen Stempel aufgedrückt.  

  • 1715: Schönborns Adelssitz

    Damian Hugo von Schönborn (1709-1743), zweifacher Landkomtur (Biesen und Marburg), Bischof und Kardinal, trat in Wassenaars Fußstapfen und funktionierte das Renaissance-Schloss 1715-1716 in einen Adelssitz um. Der Westflügel der Wasserburg wurde zu einem Corps de logis, also einem Haupttrakt mit Wohn- und Empfangsräumen, umgestaltet, in dessen Mitte sich die Ehrentreppe befand. Große französische Fenster verliehen dem Schloss mehr Transparenz. Auch der Vorhof wurde gründlich renoviert und sein neues Erscheinungsbild trug zur Stärkung des repräsentativen Charakters des Schlosses bei. Schönborn war zwar ein begeisterter Bauherr, aber noch mehr als der äußerliche Charakter des Deutschen Ordens, lag ihm die geistige Erneuerung seiner Ballei am Herzen. Auch dieser Kirchenfürst konnte jedoch den Vormarsch des modernen Zeitgeists nicht aufhalten.

  • 1745: Sickingens Appartement

    Im Ostflügel der Wasserburg liegt das Appartement des Landkomturs Ferdinand Damian von Sickingen (1743-1749), das aus dem Jahr 1745 stammt. Es grenzt an das Kabinett von Wassenaar. Das Appartement besteht aus einem Salon und einer Bibliothek mit dem Staatsporträt von Sickingen, einer Porträtgalerie seiner Familie und einer älteren Deckendekoration des Lütticher Kunstmalers Walthère Damery. Sickingen beauftragte die italienischen Stuckateure Giuseppe Moretti und Carlo Spinedi mit der wunderschönen Stuckarbeit an der Decke des Salons. Das Ganze ist ein hervorragendes Beispiel für das Lütticher Rokoko. Die Landkomture haben immer genau gewusst, an welche Fachleute sie sich wenden mussten.

  • 1769: Zehntscheune und Reitschule

    Zwischen 1769 und 1775 ließ der Landkomtur Caspar Anton von der Heyden, genannt Belderbusch (1766-1784), den Querflügel des Vorhofs, der die beiden Vorburgen verband, abreißen. In der Verlängerung dieser Vorburgen wurden zwei klassizistische Bauten errichtet: die Reitschule und die Zehntscheune. Somit wurde die Wasserburg zur Landschaft hin geöffnet und der Schlosskomplex erhielt die Form, die wir heute noch kennen. 

  • 1786: Reischachs Landschaftspark

    Der Englische Garten bildete den Schlusspunkt der jahrhundertealten Schlossarchitektur des Deutschen Ordens in Alden Biesen. Der Landkomtur Franz von Reischach (1784-1807) ließ diesen Landschaftspark 1786-1787 von dem Gartenarchitekten Ghislain-Joseph Henry aus Dinant anlegen. Dieser Park bestand aus einer Anhöhe, monumentalen Bäumen und exotischen Sträuchern, einer Rasenfläche, sich durch die Anlage schlängelnde Wege, Wasserpartien und Phantasiebauwerken, wie dem römischen Minervatempel, dem Tartarenhäuschen, einem kleinen chinesischen Tempel, einer Grotte, einer Ruine und einer Hermitage. Nicht nur der Garten, sondern ganz Alden Biesen sollte als historische Stätte letztendlich als verlorenes Paradies enden… 

  • 1797: Unter den Hammer!

    1794 tauchten auch im Maas-Rhein-Gebiet die französischen Revolutionäre auf. Sie vertrieben die Ritter und Priester des Deutschen Ordens und beschlagnahmten Alden Biesen und andere Besitzungen des Ordens. 1797 wurde die Domäne in Maastricht versteigert. Guillaume Claes aus Hasselt wurde der neue Eigentümer. Alden Biesen verlor so seine internationale Bestimmung, während ihre Privatisierung bereits ein Vorbote seines Verfalls war. Der Gebäudekomplex verwahrloste zusehends und die verbleibende Ausstattung wurde skrupellos verkauft. Der Standort schien nach dem Zweiten Weltkrieg sogar der völligen Zerstörung geweiht zu sein.

  • 1809: Auflösung durch Napoleon

    Am 24. April 1809 erteilte Napoleon den Befehl den Deutschen Orden in den Rheinbundstaaten aufzulösen. Die Institution blieb nur in den habsburgischen Erblanden bestehen. Der Zerfall der Donaumonarchie 1918 schien das endgültige Todesurteil des gesamten Deutsche Ordens zu bedeuten.

  • 1929: Grundlegende Reformen

    1929 wurde mit Erfolg eine grundlegende Umgestaltung des Ordens durchgeführt. Die ritterliche Komponente wurde gestrichen. Der Orden startete als rein kirchliche Einrichtung mit Patern, Ordensschwestern und Familiaren (welche die Ziele des Deutschen Ordens verfolgen) neu durch. Diese drei Zweige befinden sich seither unter der Leitung eines priesterlichen Hochmeisters, mit Hauptsitz in Wien.  

  • 1971: Kauf und Brand

    Am 8. März 1971 brannte die Wasserburg nach einem Schornsteinbrand komplett ab. Der belgische Staat blieb jedoch am 5. Juli jenen Jahres bei seiner Grundsatzentscheidung Alden Biesen zu kaufen. Die Kehrseite der Medaille bestand in der Notwendigkeit die Schlossanlage gründlich zu renovieren. Die aufwändige Restaurierungskampagne und die grenzüberschreitende Bestimmung machten die Domäne seither zu dem, was es heute ist: ein europäisches Kulturzentrum der flämischen Regierung.   

  • 2000: Bruno Platter Hochmeister

    Im Jahr 2000 wurde Bruno Platter zum 65. Hochmeister des Deutschen Ordens gewählt. Er steht seitdem an der Spitze eines Ordens, der in Deutschland, Italien, Österreich, Slowenien, Slowakei und Tschechien aktiv ist und spirituelle, parochiale, pädagogische und karitative Ziele verfolgt. Der Orden zählt derzeit ungefähr 90 Pater und Brüder, gut 200 Schwestern und 700 Familiaren (einige Dutzende davon in Belgien).

  • 2014: DIE HISTORISCHE STÄTTE LEBT!
    Heutzutage gehört Alden Biesen zu den größten Kultur-Erbestätten in Flandern, die jedes Jahr Tausende von Besuchern empfängt. Nicht nur nationales und regionales, sondern auch internationales Publikum wird vom Zentrum anvisiert. Die historische und europäische Ausstrahlung von Alden Biesen ist eine Fortsetzung der früheren grenzüberschreitenden Bedeutung der Landkommende. Die zahlreichen Aktivitäten und das rege Leben auf Alden Biesen weisen darauf hin, dass die Zukunft ebenso faszinierend wird wie es die Vergangenheit war.
     
    Heutzutage ist Alden Biesen bekannt für seinen europäischen Wirkungsbereich, die historischen und modernen, kulturellen und touristischen Aktivitäten und Top-Location für Kongresse und Tagungen.

Biblio-und Mediathek

Alden Biesen hat im Laufe der Jahre eine eindrucksvolle Kollektion mit Fotos, Büchern und Dokumenten über seine eigene Geschichte und Arbeit zusammengetragen. (Hobby-)Historiker, Presse und Interessenten können unsere Bibliothek und Mediathek in Alden Biesen besuchen, aber wir arbeiten mit Hochdruck daran alle Informationen auch online zu stellen.

Die aktuell verfügbare Kollektion finden Sie unter http://www.librarything.com/catalog/AldenBiesen

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Willkommen in Alden Biesen

Ein wunderschönes Kulturdenkmal, ein internationales Kultur- und Kongresszentrum, ein touristischer Anziehungspunkt: all das ist die Landkommende Alden Biesen in Bilzen. Alden Biesen, einstmals vom Deutschritterorden erbaut, ist heutzutage eine der größten Schlossdomänen in der Maas-Rhein Euregio.

Alden Biesen gehört zu dem Departement Kultur, Jugend, Sport und Medien der flämischen Regierung.

Entdecken Sie die Geschichte von Alden Biesen

Die Geschichte der Landkommende Alden Biesen lässt sich bis zu den Kreuzzügen im 13. Jahrhundert zurückverfolgen. Tapfere Ritter gründeten 1190 den Deutschen Orden, auch Deutschritterorden genannt. Alden Biesen war das Zentrum der Deutschordensballei, d.h. der Provinz des Ordens. Im Schloss wohnte jahrhundertelang der Landkomtur, ein mächtiger Mann, der an der Spitze der Ballei Biesen stand. Daher der Name: Landkommende Alden Biesen.

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